Automotive heute: Druckpunkte in der Fertigung
Das Bauteilspektrum in der Automobilbranche verändert sich. Neben klassischen Komponenten für Verbrenner und Getriebe stehen heute verstärkt Bauteile für Hybrid- und E-Antriebe, Wärmemanagement und funktionskritische Sitz- und Dichtflächen im Fokus. Unabhängig vom Antriebskonzept bleiben die Anforderungen gleich: kurze Taktzeiten, enge Toleranzen, definierte Oberflächen und reproduzierbare Standmengen.
Leichtbau erhöht die Anforderungen
Weniger Masse bedeutet in der Praxis oft dünnwandigere Geometrien, geringere Steifigkeit und höhere Anforderungen an Maßhaltigkeit, Oberfläche und Bauteilintegrität. Damit wird die Zerspanung empfindlicher gegenüber Werkzeugauslegung, Spannsituation und Prozessschwankungen.
Taktzeit bleibt gesetzt
In der Automotive-Serie ist Bearbeitungszeit kein offener Parameter. Das Werkzeug muss innerhalb definierter Zykluszeiten stabil arbeiten und darf die Prozesskette nicht durch unnötige Wechsel oder Nacharbeit belasten.
Geometriekomplexität steigt
Komplexe Konturen, schwer zugängliche Bearbeitungsstellen, neue Guss- und Schmiedekonzepte sowie funktionsintegrierte Bauteile erhöhen die Anforderungen an Schneidengeometrie, Werkzeugweg und Prozesssicherheit.
Werkstoffspektrum nimmt zu
Al-Si-Gusswerkstoffe, Gusseisen, Einsatz- und Vergütungsstähle sowie pulvermetallurgische Werkstoffe halten die Bearbeitung werkstoffseitig anspruchsvoll. Für die Zerspanung bedeutet das: Schneidstoff, Geometrie und Beschichtung müssen gezielt auf Anwendung und Werkstoff abgestimmt werden.
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Prozessoptimierung beginnt nicht beim Produktkatalog
Schwierige Werkstoffe, engere Taktzeiten, steigender Preisdruck und komplexere Konturen lassen sich nicht mit Standardantworten lösen.
In der Technikwelt des MAS Campus gibt es dafür Raum für fachlichen Austausch, Workshops, Anwendungsversuche und neue Lösungsansätze, bis hin zu Null- und Vorserien in kurzer Zeit.
Hartbearbeitung vertiefen mit MAS-Workshops
Hartbearbeitung ist kein Standardprozess. Wer Oberflächen, Toleranzen und Standzeiten sicher beherrschen will, braucht belastbares Anwendungswissen. Von der Schneidstoffauswahl und Finish-Bearbeitung über die Wahl der idealen Bearbeitungsstrategie, bis hin zur Messung von Oberflächen, Form- und Lagetoleranzen.
CBN-Lösungen für die Hartbearbeitung im Automotive
Bei gehärteten Werkstoffen und funktionskritischen Bearbeitungsstellen entscheidet die Auswahl der CBN-Sorte mit über Oberflächenqualität, Maßhaltigkeit und Prozessstabilität. MAS greift dabei auf unterschiedliche CBN-Lösungen aus dem Sumitomo-Portfolio zurück – abgestimmt auf Werkstoff, Bearbeitung und Schnittsituation.
Zum Einsatz kommen je nach Anwendung unter anderem:
- BNC2010 / BNC2020 für hohe Oberflächenqualität und Maßgenauigkeit bei gehärteten Stählen
- BNC100 / BNC160 / BNC200 / BNC300 für unterschiedliche Anforderungen von Vollschnitt bis unterbrochenem Schnitt
- BNC8115 / BNS8125 für Gusswerkstoffe und gehärtete Materialien
- BNC500 für die Bearbeitung von Kugelgraphitguss
- IN©turn mit CBN-Bestückung für kleine Innendurchmesser in der Hartbearbeitung
Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Sorte, sondern ihre saubere Abstimmung auf Bauteilfunktion, Kontur, Schnittunterbrechung und geforderte Serienfähigkeit.
Formstechen im Automotive: wenn Standardgeometrien Zeit kosten
Im Automotive entscheiden oft nicht große Prozessänderungen, sondern Sekunden pro Bauteil. Genau dort werden Stechprozesse kritisch: bei Einstichen, Freistichen, Hinterschnitten oder kombinierten Konturen, die mit Standardwendeplatten nur in mehreren Bearbeitungsschritten sauber herzustellen sind.
Wenn eine Kontur mehr als einen Schnitt braucht
Viele Bauteilgeometrien lassen sich mit ISO-Standardplatten nur angenähert abbilden. Dann entstehen zusätzliche Operationen, mehr Nebenzeit und mehr Abstimmungsaufwand im Prozess. Gerade in hochvolumigen Serien wirkt sich das direkt auf Taktzeit und Stückkosten aus.
Formstechplatten für bauteilspezifische Geometrien
MAS Carbide entwickelt Formstech- und Präzisionswendeschneidplatten für Konturen, die mit Standardgeometrien nicht wirtschaftlich bearbeitet werden können. Ziel ist, mehrere Konturelemente möglichst prozesssicher in einer Bearbeitungsfolge zusammenzuführen.
Relevant für die Serie, nicht nur für das Musterteil
Im Automotive reicht es nicht, wenn eine Geometrie einmal funktioniert. Entscheidend sind reproduzierbare Schneidkantenqualität, kalkulierbares Verschleißverhalten und ein Prozessfenster, das auch über hohe Stückzahlen stabil bleibt.
Abgestimmt auf Werkstoff und Bearbeitungsaufgabe
Ob Gusseisen, Einsatzstahl, Al-Si-Legierung oder pulvermetallurgischer Werkstoff: Im Stechprozess müssen Geometrie, Substrat und Beschichtung zur realen Bearbeitungssituation passen – nicht nur zur Zeichnung.
MAS Carbide: Formstechplatten für den Serienprozess
Formstech- und Präzisionswendeschneidplatten von MAS Carbide sind auf definierte Konturen, hohe Wiederholgenauigkeit und stabile Prozesse ausgelegt. Ideal einzusetzen dort, wo Standardgeometrien an wirtschaftliche oder technische Grenzen stoßen.
✓ Individuell ausgelegte Schneidengeometrien
✓ Abgestimmte Substrate und Beschichtungen
✓ Hohe Prozesssicherheit im Serienprozess
✓ Geeignet auch für anspruchsvolle Werkstoffe
IN©turn: Hart- und Weichbearbeitung innen
Für kleine Innendurchmesser und funktionskritische Innenkonturen, bei denen Präzision und Prozesssicherheit eng geführt werden müssen.
- Innendrehen ab 1,00mm Durchmesser
- Hohe Wechselgenauigkeit und Steifigkeit
- Verschleißfestes CBN und Hartmetallsorten auch für nichtrostende Stähle
- Vibrationsdämpfende Halter mit Hydrodehn-Direktspannung
SPEEDY©turn: Hohe Prozesssicherheit bei hohen Vorschüben
Einstellbares System für Bohrungs- und Wellenbearbeitung.
- korrigierbar über die X-Achse
- Präzise Zylinderform und Rundheit
- ideal für die Großserienfertigung
- für Hart- und Weichbearbeitung
Wenn jede Sekunde zählt, muss der Prozess stabil laufen
Im Automotive wirken sich zusätzliche Werkzeugwechsel, instabile Standmengen oder unnötige Nebenzeiten direkt auf die Stückkosten aus. Wir bei MAS optimieren Prozesse mit Blick auf das, was in der Serie zählt: kalkulierbare Standzeiten, kurze Bearbeitungsfolgen und robuste Prozessfenster.