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Rotationsdrehen WELLEN - schneller geht's nicht!

Rotationsdrehen WELLEN - schneller geht's nicht!
  • Rundheitstoleranz < 0,003 mm
  • Geradheitstoleranz < 0,003 mm
  • Rundlaufgenauigkeit <0,004 mm
  • DurchmesserIT 5/6
  • Parallelität < 0,004 mm
  • Oberfläche Ra < 0,02 µm / Rz < 1,00 µm

Beim Drehen von Lager- und Dichtungssitzen auf Wellen und Achsen entsteht durch den Vorschub des Werkzeugs ein Drall. Er beeinträchtigt die Montage und die Funktion insbesondere berührender Dichtungen. Bei diesem Verfahren wird eine breite Schneide mit Hilfe einer zusätzlichen Rotationsbewegung über den zu drehenden Wellen- bzw. Achsenabschnitt geführt. Sie ist um einen Winkel zwischen 30° und 45° gegen die Längsachse (Z-Achse) geneigt.

Jeder Punkt der Werkzeugschneide ist nur kurz, bestenfalls für wenige Umdrehungen des Werkstücks, in Eingriff. So bearbeitet die Schneide axial fortschreitend jeweils nur einen Punkt des Werkstücks. Damit erzeugt sie eine drallfreie Oberfläche. Die Schneide ist üblich so breit wie der zu drehende Lager- oder Dichtungssitz. Längere Sitze können aber mit Hilfe eines der Rotation überlagerten axialen Vorschubs bearbeitet werden.

Mit nur einem Arbeitsverfahren, entstehen so einbaufertige Bauteile. Rotationsdrehen erübrigt das bisher erforderliche Schleifen der gehärteten Sitze. So werden bisher zeit- und arbeitsaufwändige Verfahren – hart vordrehen, Schleifen und eventuell Bandfinishen des gehärteten Werkstücks - auf einer Maschine in einem Verfahren zusammengefasst.

Der ehemals erforderliche Zeit- und Arbeitsaufwand zum Auf- und Umspannen sowie Zwischenlagern der Bauteile entfällt. Somit ist das Rotationsdrehen wesentlich flexibler vor allem für Teilefamilien mit unterschiedlichen Varianten. Zudem arbeitet es wegen der kürzeren Durchlaufzeiten produktiver und wirtschaftlicher. Das dafür erforderliche Bearbeitungsverfahren ist patentiert und wurde von dem Maschinenhersteller J. G. Weisser Söhne in St.Georgen entwickelt.